Welche Gedächtnisleistungen nutzen Wortspiele?
Eine Frucht oder ein Land zu nennen greift auf Wissen zurück, das du bereits hast. Sich morgen an einen neuen Namen zu erinnern ist eine andere Aufgabe. Bei einem Kategoriespiel suchst du vor allem bekannte Wörter, behältst deine bisherigen Antworten im Blick und wählst die nächste aus.
Ähnliche Aufgaben zur Wortproduktion untersuchen Forschende unter dem Begriff Wortflüssigkeit. Troyer und Kollegen beschreiben dabei Gruppen verwandter Antworten und den Wechsel zwischen diesen Gruppen. ListOff fordert auf ähnliche Weise zum Abrufen von Kategorienwissen auf. Tippen, Timer und Wertung machen es aber zu einer anderen Aktivität. Die Ähnlichkeit beschreibt den Spielablauf und belegt keinen dauerhaften Nutzen fürs Gedächtnis.
Häufiges Worträtseln hängt mit besseren kognitiven Leistungen zusammen
Eine PROTECT-Studie von 2019 untersuchte 19.078 kognitiv gesunde Erwachsene zwischen 50 und 93 Jahren. Menschen, die nach eigener Angabe häufiger Worträtsel lösten, schnitten im Allgemeinen bei Tests des Gedächtnisses und anderer Denkfähigkeiten besser ab. Das ist ein ermutigender Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Rätselgewohnheiten und kognitiven Leistungen.
Die Studie verglich Menschen zu einem Zeitpunkt. Sie kann nicht zeigen, ob Rätsel ihre Fähigkeiten verbessert haben, ob Menschen mit stärkeren Fähigkeiten häufiger rätseln oder ob andere Unterschiede den Zusammenhang mit erklären. Sie beweist nicht, dass der Einstieg in ein tägliches Spiel einem kognitiven Abbau vorbeugt.
Eine Kreuzworträtsel-Studie fand einen Vorteil in einer bestimmten Gruppe
In einer 2022 veröffentlichten randomisierten Studie absolvierten 107 Erwachsene mit leichter kognitiver Beeinträchtigung über 78 Wochen ein Programm mit digitalen Kreuzworträtseln oder kognitiven Spielen. Auf eine erste Trainingsphase folgten Auffrischungseinheiten. Die Kreuzworträtsel-Gruppe schnitt beim wichtigsten kognitiven Messwert besser ab: Der bereinigte Unterschied auf der ADAS-Cog-Skala betrug 1,44 Punkte. Niedrigere Werte bedeuten dort eine geringere Beeinträchtigung.
Dieses Ergebnis ist vielversprechend, bei einigen anderen Messwerten gab es jedoch keine Unterschiede. Eine Gruppe ohne eines der beiden Programme fehlte, und die klinische Stichprobe war klein. Die Studie belegt denselben Nutzen weder für gesunde jüngere Menschen noch für jedes Wortspiel oder für ListOff.
Verbessern Wortspiele die Intelligenz oder das Gedächtnis im Alltag?
Einige Studien zu kognitivem Training berichten Verbesserungen bestimmter Fähigkeiten. Eine Metaanalyse von 2020 mit 215 randomisierten Studien an älteren Erwachsenen fand insgesamt kleine unmittelbare Vorteile. Größer waren die Fortschritte bei Fähigkeiten, die der Trainingsaufgabe ähnelten. Die Ergebnisse unterschieden sich erheblich zwischen den Studien.
Bei einer geübten Aufgabe besser zu werden ist etwas anderes, als bei fremden Aufgaben oder beim Erinnern im Alltag besser zu werden. Ein umfangreicher Überblick zum Gehirntraining fand deutlich stärkere Belege für Ersteres als für eine breite Übertragung. Die Ergebnisse rechtfertigen kein Versprechen, dass ein gewöhnliches Wortspiel den IQ erhöht oder die geistige Leistungsfähigkeit erhält.
Wo ListOff dazu passt
Wähle ListOff, wenn dir das Erinnern selbst Spaß macht: eine Kategorie, getippte Antworten und eine Uhr, die bei einem gültigen Treffer Zeit dazugibt. In einer Runde nutzt du dein Wissen über Tiere, Orte, Filme oder andere Interessen. Zwischen Antwortgruppen zu wechseln kann eine befriedigende Strategie sein.
ListOff wurde nicht klinisch darauf getestet, ob es das Gedächtnis verbessert oder kognitivem Abbau vorbeugt. Das National Institute on Aging weist darauf hin, dass sich die Vorteile untersuchter Trainingsprogramme nicht einfach auf kommerzielle Gehirntrainings-Apps übertragen lassen. Der Grund zu spielen ist eine unterhaltsame Herausforderung beim Erinnern. Alle Themen sind kostenlos, und eine kurze englische Browser-Demo gibt dir einen ersten Eindruck.
Quellen und weiterführende Informationen
- Troyer et al. (1997): Gruppenbildung und Wechsel bei der Wortflüssigkeit
- Brooker et al. (2019): Häufigkeit von Worträtseln und kognitive Leistung bei 19.078 Erwachsenen
- Devanand et al. (2022): randomisierte Studie zu Kreuzworträtseln und Spielen bei leichter kognitiver Beeinträchtigung
- Basak et al. (2020): Metaanalyse zum kognitiven Training älterer Erwachsener
- Simons et al. (2016): Überblick zur Evidenz für Gehirntraining und zur Übertragung von Übungseffekten
- National Institute on Aging: kognitive Gesundheit im höheren Alter